Funktioniert eine bestimmte Hardware-Komponente nicht wie erwartet, dann erfolgt in der Regel die Fehlersuche. Zuerst wird überprüft, ob diese Hardware vom Betriebssystem erkannt wird. Ist dies nicht der Fall, könnte das Problem beim Port liegen oder die Hardware ist defekt. Wird die Hardware-Komponente vom Betriebssystem erkannt, dann kann normalerweise die Fehlersuche auf das Betriebssystem eingeschränkt werden.

Übersicht

Informations- und Hardware-Dateien

Die Verzeichnisse /proc und /sys werden als Pseudo-Dateisysteme bezeichnet, diese existieren nur im Arbeitsspeicher des laufenden Betriebssystems. Hier werden Parameter zur Laufzeit des Kernels gespeichert, welche Informationen über laufende Prozesse und Hardware-Ressourcen enthalten. Im Folgenden wird auf die relevanten Dateien näher eingegangen.

proc-Verzeichnis

Durch die beiden Befehle in Zeile 1 wird in das Pseudo-Verzeichnis gewechselt und der Inhalt ausgegeben. Die Befehle werden hintereinander ausgeführt und durch ein Semikolon getrennt. Die relevanten Informationen für die Hardware-Ressourcen befinden sich lediglich in einigen Dateien, daher werden diese mit dem ls-Befehl in Zeile 22 gezielt aufgerufen.

cpuinfo-Datei

Mit dem Befehl cat cpuinfo in Zeile 1 wird Inhalt der Datei cpuinfo ausgegeben. In der cpuinfo-Datei befinden sich detaillierte Informationen über die gefundenen Prozessoren (CPU, engl. Central Processing Unit).

Erläuterung der cpuinfo-Datei

  • Zeile 2processor: Gibt jedem Prozessor eine Kennnummer. Bei Systemen mit einem Prozessor wird eine 0 ausgegeben.

  • Zeile 4cpu family: Gibt den Prozessortyp im System aus.

  • Zeile 6model name: Der gebräuchliche Name des Prozessors, einschließlich dessen Projektbezeichnung.
  • Zeile 9cpu MHz: Zeigt die exakte Geschwindigkeit in Megahertz für den Prozessor bis auf die tausendste Dezimalstelle an.

  • Zeile 10cache size: Anzeige der Größe des Level-2-Speicher-Cache, der dem Prozessor zur Verfügung steht.

  • Zeile 12siblings: Zeigt die Gesamtzahl der Geschwister-CPUs auf der gleichen physischen CPU für Architekturen mit Hyper-Threading an.

  • Zeile 21flags: Definition einer Reihe verschiedener Eigenschaften des Prozessors. Zum Beispiel das Vorhandensein einer Gleitkommaeinheit (engl. Floating Point Unit, FPU) und die Fähigkeit, MMX-Befehle (engl. Multi Media Extension) zu verarbeiten.

  • Zeile 22bugs: Hier werden einige unterschiedliche Hardware-Sicherheitslücken dargestellt. Meltdown und Spectre sind sehr bekannte Sicherheitslücken in Mikroprozessoren.

dma-Datei

In Zeile 1 wird mit dem Befehl cd /proc/ in das proc-Verzeichnis gewechselt und cat dma gibt den Inhalt der dma-Datei in Zeile 2 aus. Diese Datei enthält eine Liste der registrierten DMA-Kanäle (engl. Direct Memory Access), die von Geräten verwendet werden.

interrupts-Datei

Ein Ausschnitt der interrupts-Datei. Die Datei enthält eine Liste der Unterbrechungsanforderungen (IRQ, engl. Interrupt Request).

Erläuterung der interrupts-Datei

  • Zeile 2CPU0: Die Spalte gibt die Nummern der Unterbrechungsanforderungen an.

  • Die ein bis zwei Spalten rechts daneben geben die Arten der Unterbrechungen an.
  • Die letzte Spalte enthält die Namen der Geräte, welche mit den jeweiligen Unterbrechungsanforderungen angesprochen werden können.

ioports-Datei

Mit dem Befehl cat ioports wird die ioports-Datei ausgegeben. Die Datei gibt die aktuell registrierten Port-Bereiche für die Hardware-Komponenten wieder.

Erläuterung der ioports-Datei

  • In der ersten Spalte sind die Bereiche für die Kommunikation der Ein-/Ausgabe- Ports aufgeführt.
  • Die zweite Spalte gibt die dazugehörigen Hardware-Komponenten wieder.